Darknet Suchmaschine mit KI: Robin im Selbsttest
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Einblicke in das Darknet mit KI-Unterstützung
Torben Platzer hat mithilfe eines neuen KI-Tools versteckte Seiten im Darknet entdeckt und diese auf ihre Echtheit überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass einige Links so abscheuliche Inhalte enthielten, dass sie gemeldet werden mussten. Die Aufdeckung dieser Seiten dient vor allem der Aufklärung, dass neben vielen Fake-Videos und Mythen im Internet auch echte Gefahren lauern.
Es wird dringend davon abgeraten, das Darknet eigenhändig zu besuchen, um solche Inhalte zu finden, da dies nicht nur verstörend sein kann, sondern man und potenziell schädliche Software auf Geräte lädt.

Das Darknet macht lediglich 0,01 Prozent des Internets aus, wobei überraschenderweise 90 Prozent des Traffics der rund drei Millionen täglich aktiven Nutzer völlig harmlos sind. Viele nutzen den Tor-Browser wegen seiner Verschlüsselung, um normale Clearnet-Seiten anonym zu besuchen. Manche Menschen können nur mithilfe des Tor-Browsers bestimmte Seiten besuchen, die sonst in ihrem jeweiligen Land vom dortigen Regime gesperrt sind.

Allerdings ändern sich die Umstände drastisch, wenn man die kryptographisch isolierten Onion-Seiten betrachtet, von denen 65 Prozent illegale Inhalte bieten, was schwerwiegende Auswirkungen auf die reale Welt hat. Cyberkriminalität kostet allein die deutsche Wirtschaft jährlich 200 Milliarden Euro durch Datendiebstahl und Erpressung, während weltweit Schäden in Höhe von zehn Billionen Dollar entstehen. Die Anonymität des Darknets begünstigt auch den organisierten Drogenhandel, dessen Umsätze seit den Anfängen um 3.000 Prozent gestiegen sind.

Es muss jedoch festgehalten werden, dass die vermeintliche Anonymität des Darknets nicht nur den Käufer, sondern auch den Verkäufer schützen kann. Auch wenn es verlockend klingen mag, wenn bestimmte, verbotene Objekte oder Substanzen nur einen Mausklick entfernt sind, ist der häufigste Fall im Darknet der Betrug am Käufer. Vermeintliche Verkäufer nehmen das Geld entgegen und verschwinden, da sie genau wissen, dass kein Käufer zur Polizei geht. Und auch Geschichten von vermeintlichen Auftragsmördern, Horrorclows und Co. sind genau das: Geschichten. Damit soll entweder die Angst oder die Neugier geschürt werden und in den sozialen Medien machen entsprechende, gestellte Videos hunderttausende von Aufrufen.

KI-gestützte Erkundung des Darknets
Torbens Untersuchung mithilfe des Open-Source-KI-Tools Robin erlaubte es ihm, versteckte Links im Darknet zu entdecken und Fake-Angebote zu filtern. Neben dem Tor-Browser hat Torben zusätzlich das Programm „Docker“ installiert, damit eine entsprechende Version von Robin in einer sicheren, abgekapselten Umgebung ausgeführt werden kann. Anschließend hat er zusätzlich den API Key für ChatGPT hinterlegt, damit er schlussendlich über ein Webinterface Robin wie in einem gewohnten Chatmodus nutzen kann.

Torben stieß auf Inhalte wie die ungeschwärzte eidesstattliche Aussage von Ghislaine Maxwell 2016 rund um das Thema Donald Trump und Jeffrey Epstein, aber auch auf Informationen zu internationalen Organhandelsnetzwerken, die angeblich menschliche Organe zu horrenden Preisen anbieten.

Des Weiteren werden Gifte und Chemikalien feilgeboten, angeblich hochgefährlich und nicht nachweisbar, welche jedoch größtenteils als Fakes entlarvt wurden. Eine besonders verstörende Entdeckung war eine Seite, die Doxing und das öffentliche Teilen privater Informationen ermöglichte. Darüber hinaus schreckte Torben nicht davor zurück, sogenannte „Red Rooms“ zu testen, welche jedoch meist selbst Fälschungen oder Betrugsversuche darstellten. Zeugnisse von extremer Gewalt und Mordaufträgen erwiesen sich letztlich als Scams, was einmal mehr zeigt, dass das Darknet in vielen Fällen lediglich dazu dient, mit unwissenden Nutzern schnelles Geld zu machen.

Auffällig war auch die Präsenz des 764-Kults im Darknet, eine Subkultur, die durch manipulatives und kriminelles Verhalten gegenüber Minderjährigen im Clearnet Schaden anrichtet. Die, oftmals selbst sehr jungen, Mitglieder dieses Netzwerks sollen gezielt Kinder und Jugendliche auf Spieleplattformen wie Roblox und Minecraft oder in sozialen Netzwerken ansprechen, um sie zu bestimmten Handlungen zu bringen.

Ein weiterer Mythos im Darknet sind sogenannte Hitman-Services. Seiten, bei denen man angeblich jemanden dafür bezahlt, eine andere Person „aus dem Leben zu nehmen“. Angeblich soll selbst die mexikanische Mafia diese „Dienstleistung“ im Darknet anbieten. Neben dem Namen und der Adresse des Opfers kann dort außerdem die Art und Weise gewählt werden. Ab 2.000 US-Dollar wird ein schnelles Ende gewählt, ab 9.000 US-Dollar lässt man es wie einen schiefgelaufenen Überfall aussehen. Dass es sich bei dem „Angebot“ um einen Betrug handelt, sollte man spätestens dann realisieren, wenn man das Affiliate-Programm auf der Seite entdeckt.

Ist das Darknet einen Besuch wert?
Die Erkundung des Darknets durch Torben Platzer mit modernen KI-Tools legt offen, wie gefährlich und gleichzeitig voller Fakes diese verborgenen Machenschaften sind. Seine Recherchen zeigen, wie wichtig es ist, sich der möglichen Gefahren und strafrechtlichen Konsequenzen bewusst zu sein. Zugleich hebt er die bedeutende Rolle der Aufklärung hervor, um Internetnutzer zu schützen und Kriminalität einzudämmen. Auch wenn viele Angebote im Darknet bloße Fiktion sind, gibt es in der realen Welt ernstzunehmende Risiken, die in Zusammenarbeit mit Behörden erkannt und bekämpft werden müssen.