Copy Trading Anbieter im Test

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Trading klingt auf den ersten Blick nach einer einfachen Formel: günstig kaufen, teurer verkaufen und die Differenz als Gewinn mitnehmen. Genau diese scheinbare Einfachheit macht den Reiz aus. In der Praxis ist der Markt jedoch deutlich komplexer. Kurse werden von Nachrichten, Liquidität, institutionellen Marktteilnehmern, Emotionen, Algorithmen, Makrodaten, Zinsentscheidungen und vielen weiteren Faktoren beeinflusst.

Während langfristige Investoren häufig in Jahren oder Jahrzehnten denken, geht es beim Daytrading, Swingtrading oder Scalping oft nur um Minuten, Stunden oder wenige Tage. Wer schnell reich werden will, setzt meist auf kurze Haltedauer, hohes Tempo und gehebelte Einsätze. Genau dort beginnt das Risiko.

Torben Platzer hat deshalb einen Praxistest mit Copy Trading durchgeführt. Getestet wurden drei der bekanntesten Plattformen: Etoro, Bitget und Naga. Ziel war herauszufinden, ob es wirklich sinnvoll sein kann, die Trades vermeintlich erfolgreicher Trader automatisch zu kopieren – oder ob Anleger dabei nur das Risiko anderer Menschen übernehmen.

Warum Trading heute so zugänglich ist

Früher war aktives Trading vor allem Banken, professionellen Marktteilnehmern und sehr vermögenden Investoren vorbehalten. Heute reicht ein Smartphone, eine Trading-App, ein verifiziertes Konto und ein paar Klicks. Danach kann nahezu jeder Aktien, Kryptowährungen, Devisen, Rohstoffe oder Derivate kaufen und verkaufen.

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Diese Demokratisierung der Finanzmärkte hat Trading zum Mainstream gemacht. Besonders auf Social Media ist daraus ein eigener Markt entstanden. Zahlreiche Coaches, Signalgeber und selbsternannte Experten vermitteln den Eindruck, dass systematische Gewinne mit der richtigen Strategie leicht erreichbar seien. In vielen Fällen liegt der Verdacht nahe, dass mit Kursen, Gruppen, Signalen oder Aufmerksamkeit mehr verdient wird als mit dem tatsächlichen Trading.

Die Dimensionen der Märkte sind riesig. Der globale Devisenmarkt kommt täglich auf ein Handelsvolumen von rund 7,5 Billionen US-Dollar. Im Kryptomarkt liegt das tägliche Volumen bei etwa 90 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen zeigen, wie viel Kapital bewegt wird – sie sagen aber nichts darüber aus, ob private Trader davon profitieren.

Das Problem mit Hebeln

Ein zentraler Risikofaktor beim kurzfristigen Trading ist der Hebel. Ein Hebel funktioniert vereinfacht wie eine Art Kredit des Brokers. Der Trader bewegt eine größere Marktposition, als das eigene Kapital eigentlich zulassen würde.

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Läuft der Kurs in die gewünschte Richtung, vervielfacht der Hebel den Gewinn. Läuft der Kurs jedoch gegen die Position, vervielfacht er auch den Verlust. Gerade bei kleinem Kapital kann schon eine relativ kleine Marktbewegung ausreichen, um den Einsatz vollständig zu vernichten.

In Europa müssen Anbieter bei bestimmten Produkten offenlegen, wie viele Privatanleger Geld verlieren. Die Quoten sind erschreckend: Je nach Anbieter verlieren etwa 74 bis 89 Prozent der privaten Anleger Geld mit solchen Handelsprodukten. Das zeigt deutlich, dass aktives Trading für die meisten Menschen kein verlässlicher Weg zum Vermögensaufbau ist.

Copy Trading als scheinbare Lösung

Viele Plattformen präsentieren Copy Trading als einfache Lösung für das Problem. Die Idee: Anleger müssen keine Charts analysieren, keine Nachrichten verfolgen und keine eigene Strategie entwickeln. Stattdessen kopieren sie automatisch die Trades eines vermeintlich erfolgreichen Traders.

Kauft dieser Trader beispielsweise Bitcoin, kauft das eigene Konto ebenfalls Bitcoin. Verkauft er die Position, wird sie auch im eigenen Konto verkauft. Je nach Plattform werden Positionsgrößen proportional angepasst, mit festen Beträgen kopiert oder über Multiplikatoren gespiegelt.

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Das klingt komfortabel, hat aber einen entscheidenden Haken: Es wird nicht nur die potenzielle Rendite kopiert, sondern auch das vollständige Risiko. Wer einem Trader folgt, übernimmt dessen Entscheidungen, dessen Risikomanagement, dessen mögliche Fehler und oft auch dessen psychologischen Druck.

Torben Platzer hatte bereits in früheren Experimenten gezeigt, dass Copy-Trader ihre Statistiken teilweise manipulieren oder zumindest beschönigen können. Besonders problematisch sind offene Verluste, die in manchen Übersichten nicht sofort sichtbar sind. Ein Trader kann realisierte Gewinne anzeigen, während gleichzeitig riesige offene Verlustpositionen im Hintergrund laufen.

Der Testaufbau: Drei Plattformen, echtes Kapital

Für den aktuellen Test wurden nicht einzelne Anbieter isoliert betrachtet, sondern die drei großen Plattformen Etoro, Bitget und Naga miteinander verglichen. Ursprünglich startete das Experiment mit 5.000 Euro Kapital. Im Verlauf musste zusätzlich Kapital nachgeschossen werden, sodass das Experiment schließlich mit 10.000 Euro lief.

Der Grund für die Aufstockung war vor allem das Risikomanagement bei Naga. Dort wurde eine gehebelte Short-Position auf Gold kopiert, die trotz nur leichter negativer Entwicklung sehr viel Kapital als Margin blockierte. Dadurch bestand die Gefahr, dass weitere Trades nicht kopiert werden konnten oder das Konto zu stark belastet wurde.

Wichtig: Das Experiment war keine Empfehlung, Copy Trading selbst nachzumachen. Es ging darum, die Mechanik, Risiken und tatsächlichen Ergebnisse transparent zu untersuchen.

Etoro im Test

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Etoro ist eine der bekanntesten Plattformen für Copy Trading. Das Unternehmen hat Copy Trading stark als soziales Investmentprodukt aufgebaut. Trader, die kopiert werden möchten, müssen sich für bestimmte Programme qualifizieren, um prominent gelistet zu werden.

Die Profile der sogenannten Popular Investors enthalten unter anderem:

– historische Performance
– Risikoeinschätzung von 1 bis 10
– Portfolioübersichten
– Beiträge ähnlich wie in einem sozialen Netzwerk
– teilweise Vorstellungsvideos
– Angaben zu Strategie und Handelsansatz

Ein Vorteil für Nutzer: Kopierer zahlen keine direkte Zusatzgebühr an die Trader. Diese werden intern von Etoro vergütet. Dadurch übernimmt die Plattform allerdings auch Verantwortung, denn die erfolgreichsten Trader werden als Aushängeschilder präsentiert.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Bei Etoro werden standardmäßig nicht nur neue Trades kopiert. Kopierer steigen häufig auch anteilig in bereits offene Positionen ein. Das eigene Kapital wird auf Basis der Portfoliogewichtung skaliert, sodass die kopierte Strategie möglichst proportional abgebildet wird.

Das hat Vorteile, kann aber auch Mindestbeträge erfordern. Bei manchen Tradern sind mindestens 500 US-Dollar nötig, bei anderen teilweise 1.000 US-Dollar oder mehr.

Etoro: Auswahl der Trader

Torben Platzer testete zunächst über das virtuelle Paper-Copy-Trading-Feature, ob sich bestimmte Trader überhaupt lohnen könnten. Im virtuellen Portfolio lieferten einige der ausgewählten Profile innerhalb eines Monats zweistellige Renditen.

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Daraufhin wurden echte Gelder eingesetzt:

– 500 US-Dollar in einen vorherigen Gewinner
– 500 US-Dollar in einen Trader mit starkem Momentum
– später zusätzlich 1.000 US-Dollar in einen Account mit einer Machine-Learning-Strategie

Besonders auffällig war ein Profil, das mit Begriffen wie „Machine Learning“, „Adaptive Alpha“ und „Extraction Strategy“ warb. Die angegebenen Kennzahlen wirkten auf den ersten Blick beeindruckend: etwa 85 Prozent Gewinnquote, rund 135 Prozent Rendite und fast 80 Prozent gewinnbringende Wochen.

Solche Angaben klingen attraktiv, sollten aber immer kritisch betrachtet werden. Eine hohe Gewinnquote bedeutet nicht automatisch geringes Risiko. Viele Strategien gewinnen häufig kleine Beträge und verlieren selten sehr große Beträge.

Etoro: Ergebnis nach mehr als einem Monat

Nach mehr als einem Monat fiel das Ergebnis bei Etoro vergleichsweise solide aus. Ein Trader, der im virtuellen Portfolio plötzlich alle anderen überholt hatte, verursachte am Ende als einziger einen kleinen Verlust.

Das beste Einzelergebnis lieferte Tom Hayes mit einem Plus von 76 US-Dollar bei einem Einsatz von 500 US-Dollar. Der KI-basierte Alpha-Account lag zwischenzeitlich rund 100 US-Dollar im Plus, fiel später aber wieder auf etwa 66 US-Dollar Gewinn zurück, obwohl dort 1.000 US-Dollar investiert waren.

Insgesamt ergab sich bei den ausgewerteten Etoro-Positionen ein Gewinn von 144 US-Dollar, sofern alle Positionen zu diesem Zeitpunkt geschlossen worden wären.

Gebühren für Spreads und Haltekosten wurden bereits beim Öffnen beziehungsweise laufend belastet. Lediglich bei echten Krypto-Assets fällt bei Etoro eine Gebühr von 1 Prozent beim Öffnen und Schließen an.

Das Etoro-Ergebnis war damit positiv, aber nicht spektakulär. Entscheidend ist: Es zeigte keine völlige Katastrophe, aber auch keinen Beweis dafür, dass Copy Trading zuverlässig hohe Renditen liefert.

Bitget im Test

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Bitget wirbt deutlich aggressiver und hat einen starken Fokus auf Krypto-Futures. Dort werden nicht nur menschliche Trader zum Kopieren angeboten, sondern auch Trading-Bots. Das macht die Plattform besonders spekulativ, denn Futures sind Derivate und werden häufig mit Hebel gehandelt.

Die Vergütung läuft bei Bitget über eine klassische Erfolgsbeteiligung. Erzielt ein kopierter Trade Gewinn, wird automatisch ein vorher festgelegter Prozentsatz als Profit Share an den Trader abgeführt.

Das klingt fair, kann aber problematisch sein. Der Trader wird an Gewinnen beteiligt, trägt aber nicht automatisch proportional die Verluste der Kopierer. Dadurch kann ein Anreiz entstehen, riskantere Strategien zu fahren.

Warum Bitget komplizierter ist

Bei Bitget ist das Risikomanagement deutlich komplexer als bei einer klassischen Aktien- oder ETF-Strategie. Kopierer investieren nicht einfach einen Gesamtbetrag in das Portfolio eines Traders. Stattdessen gibt es unterschiedliche Einstellungen:

– fester Betrag pro Trade
– Kopieren über einen Multiplikator
– Festlegung maximaler Verluste
– Liquidationsrisiko durch Hebel
– notwendiges freies Kapital für Margin

Ein fester Betrag pro Trade hat den Nachteil, dass die Strategie nicht exakt gespiegelt wird, wenn der Trader seine Positionsgrößen variiert. Ein Multiplikator wiederum kann gefährlich werden, wenn der Trader plötzlich größere Positionen eingeht oder mehrere Trades gleichzeitig öffnet.

Zusätzlich muss genug freies Kapital vorhanden sein, damit offene Positionen nicht liquidiert werden. Gerade bei Krypto-Futures können starke Kursbewegungen sehr schnell zu hohen Verlusten führen.

Bitget: Auswahl und Zwischenstand

Die Trader wurden nach den Gewinnen der Kopierer sortiert. Schon die Vorprüfung zeigte Auffälligkeiten:

– Der erstplatzierte Trader hatte Copy Trading deaktiviert.
– Der zweitplatzierte Trader war inaktiv.
– Der drittplatzierte Trader brachte im Test zunächst immerhin 13 US-Dollar Gewinn.

Dieser dritte Trader hatte in den vergangenen 30 Tagen selbst rund 15.000 US-Dollar Gewinn erzielt. Seine Kopierer kamen zusammen auf etwa 23 US-Dollar Gewinn. Das Verhältnis wirkte bereits fragwürdig, dennoch wurde die Strategie mit einer begrenzten Zuweisung getestet.

Bitget: Ergebnis nach mehr als einem Monat

Das Ergebnis bei Bitget war am Ende eine deutliche Enttäuschung. Die Plattformanzeige wirkte zudem irreführend. Auf den ersten Blick sah es so aus, als stünde die Bankroll bei 3.068 US-Dollar.

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Tatsächlich war der reale Wert deutlich niedriger, da offene Trades mit 1.572 US-Dollar im Minus standen. Geschlossene Gewinne beliefen sich brutto nur auf 215 US-Dollar. Nach Abzug der Erfolgsbeteiligung blieben netto 139 US-Dollar übrig.

Wenn alle offenen Positionen zu diesem Zeitpunkt manuell geschlossen worden wären, hätte das Ergebnis bei etwa minus 1.432 US-Dollar gelegen.

Damit zeigte Bitget sehr deutlich eines der größten Probleme beim Copy Trading: Realisierte Gewinne können gut aussehen, während offene Verluste die wahre Bilanz massiv verschlechtern. Wer nur auf geschlossene Trades oder oberflächliche Performance-Kennzahlen schaut, bekommt ein verzerrtes Bild.

Naga im Test

Naga war bei früheren Copy-Trading-Experimenten besonders bekannt. Inzwischen scheint die Plattform im Vergleich zu früher an Bedeutung verloren zu haben. Die Top-Trader hatten teilweise nicht einmal mehr ihre automatisch generierten Benutzernamen geändert und wurden nur noch von 20 oder 30 Personen kopiert. Zum Vergleich: Bei Etoro folgen Top-Investoren teilweise 20.000 bis 30.000 Menschen.

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Ein möglicher Grund liegt im Vergütungsmodell. Bei Naga lief die Vergütung stark über Handelsvolumen. Das bedeutet: Je mehr ein Trader handelt, desto mehr kann er verdienen. Ein solches Modell kann Overtrading fördern. Trader haben dann einen Anreiz, sehr viele Trades zu platzieren, selbst wenn das aus Risikosicht nicht sinnvoll ist.

Das Problem mit realisierten und offenen Ergebnissen

Bei Naga zeigte sich besonders deutlich, warum ein zweiter Blick unverzichtbar ist. Einige Profile präsentierten hohe realisierte Gewinne. Diese Zahlen spiegelten aber nicht immer die offenen Positionen wider.

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Ein Beispiel: Ein Trader hatte rund 80.000 US-Dollar Gewinn realisiert. Gleichzeitig lagen offene Positionen mit etwa einer halben Million US-Dollar im Minus. Auf den ersten Blick sah das Profil erfolgreich aus. Bei genauer Betrachtung war das Risiko extrem hoch.

Der ausgewählte Trader wirkte zunächst sauberer. Er hatte fünf offene Positionen, die zusammen etwa 340 US-Dollar im Plus lagen. Deshalb wurde die Strategie kopiert.

Die Einstellung erfolgte zunächst aggressiv mit 10 Prozent bezogen auf den durchschnittlichen Einsatz von rund 900 US-Dollar. Später musste diese Quote reduziert werden.

Naga: Margin-Problem durch Gold-Short

Während des Experiments wurde bei Naga eine Short-Position auf Gold kopiert. Obwohl diese Position nur leicht im Minus lag, blockierte sie rund 960 Euro Kapital.

Der Grund lag im Hebel. Beim Kopieren wurde der Hebel des eigenen Accounts angewendet. Für Hauptrohstoffe liegt der maximale Hebel für viele europäische Privatkunden bei 20. Dieser Hebel war standardmäßig aktiv und konnte nur über den Support geändert werden.

Das ist ein kritischer Punkt. Wenn ein hoher Hebel automatisch angewendet wird, kann ein Trade deutlich mehr Kapital binden oder riskieren, als ein Kopierer erwartet. Torben Platzer reduzierte die Kopierquote deshalb auf 5 Prozent und zahlte zusätzlich Kapital ein, damit das Experiment nicht durch fehlende freie Margin verzerrt wurde.

Naga: Ergebnis nach mehr als einem Monat

Überraschenderweise drehte sich der problematische Gold-Trade am Ende noch ins Plus und wurde mit 79 Euro Gewinn geschlossen. Auch die übrigen Trades liefen zunächst sehr stark.

Von 22 Trades wurde nur ein einziger mit Verlust geschlossen. Dieser Verlust lag bei minus 103 Euro. Der beste Trade brachte dagegen ein Plus von 337 Euro. Insgesamt ergab sich ein Bruttogewinn von 841 Euro.

Davon wurden noch Copy-Boni beziehungsweise Vergütungen abgezogen, die bei jedem Trade anfielen. Wichtig: Diese Kosten können auch bei negativen Ergebnissen relevant werden. Nach Abzug blieb ein Nettogewinn von 798 Euro. Offene Positionen waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vorhanden.

Auf den ersten Blick sah Naga damit wie der klare Gewinner des Experiments aus.

Warum das Naga-Ergebnis trotzdem gefährlich war

Das positive Ergebnis bei Naga darf nicht darüber hinwegtäuschen, wie hoch das Risiko war. Schon eine Woche später hätte dasselbe Kopieren völlig anders ausgehen können.

Der kopierte Trader verlor in der darauffolgenden Woche rund 250.000 US-Dollar und lag insgesamt bei Naga sogar etwa 100.000 US-Dollar im Minus.

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Ein einzelner Trade zeigte besonders drastisch, wie gefährlich Hebel sein können. Der Trader kaufte 0,5 Lot Silber. Das entsprach 2.500 Unzen. Bei einem Eröffnungskurs von 89,153 US-Dollar ergab sich ein Marktvolumen von rund 222.882,50 US-Dollar.

Als Margin wurden jedoch nur 445 US-Dollar hinterlegt. Das entspricht ungefähr einem Hebel von 500. Der Kurs fiel von etwa 89 US-Dollar auf 65 US-Dollar. Dadurch entstand ein Verlust von rund 23,70 US-Dollar pro Unze. Multipliziert mit 2.500 Unzen ergab das einen Verlust von etwa 60.000 US-Dollar.

Dieses Beispiel zeigt, wie absurd schnell gehebelte Positionen außer Kontrolle geraten können. Ein scheinbar kleiner Einsatz kann durch hohen Hebel ein riesiges Marktvolumen bewegen. Für Kopierer ist das besonders gefährlich, weil sie oft nicht sofort erkennen, welches Risiko tatsächlich im Hintergrund läuft.

Vergleich der Ergebnisse

Nach mehr als einem Monat ergab sich folgendes Bild:

Etoro lieferte ein moderat positives Ergebnis. Bei rund 2.000 US-Dollar eingesetztem Kapital entstand ein Gewinn von 144 US-Dollar. Das war solide, aber weit entfernt von spektakulären Renditen.

Bitget war der klare Verlierer. Die Anzeige der Plattform wirkte auf den ersten Blick besser, als sie tatsächlich war. Rechnet man offene Verluste ein, stand ein Minus von etwa 1.432 US-Dollar im Raum.

Naga erzielte im Test den höchsten Gewinn. Netto blieben 798 Euro. Gleichzeitig zeigte die Woche danach, dass das Ergebnis eher Glück als ein verlässlicher Beweis für nachhaltige Strategiequalität war. Der Trader verlor kurz darauf massiv Geld.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Copy-Trading-Test

Copy Trading wirkt bequem, weil Anleger Verantwortung auslagern können. Genau darin liegt aber das Problem. Wer kopiert, versteht oft nicht vollständig, welche Risiken übernommen werden.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Erstens: Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Gewinne. Ein Trader kann monatelang gut aussehen und dann in wenigen Tagen massive Verluste erzeugen.
  • Zweitens: Offene Verluste müssen immer berücksichtigt werden. Realisierte Gewinne allein sagen wenig aus, wenn gleichzeitig große Verlustpositionen gehalten werden.
  • Drittens: Hebel verändern alles. Ein kleiner Einsatz kann ein riesiges Marktvolumen bewegen. Dadurch können Verluste schneller entstehen, als viele Anleger erwarten.
  • Viertens: Vergütungsmodelle beeinflussen Verhalten. Wenn Trader an Volumen oder Gewinnen beteiligt werden, können riskante Anreize entstehen.
  • Fünftens: Plattformanzeigen können missverständlich sein. Gerade bei offenen Positionen, Margin und Profit Shares ist es wichtig, die tatsächliche Kontosituation zu prüfen.
  • Sechstens: Copy Trading ersetzt keine eigene Risikoanalyse. Wer blind kopiert, handelt nicht automatisch professionell, sondern folgt lediglich einer anderen Person.

Was der Copy Trading Test wirklich zeigt

Der Test von Torben Platzer zeigt: Copy Trading kann kurzfristig Gewinne bringen, ist aber keineswegs eine sichere oder einfache Lösung für Vermögensaufbau. Etoro schnitt moderat positiv ab, Bitget endete mit einem deutlichen Verlust, und Naga erzielte zwar den höchsten Gewinn, offenbarte aber gleichzeitig das größte Risikopotenzial.

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Wer Trader blind kopiert, investiert letztlich in Menschen, deren Entscheidungen, Risikobereitschaft und mögliche Fehler kaum vollständig kontrollierbar sind. Besonders bei Hebelprodukten kann ein scheinbar erfolgreicher Trader innerhalb kürzester Zeit enorme Verluste verursachen.

Copy Trading ist deshalb weniger ein automatischer Weg zu passivem Einkommen, sondern eher eine spekulative Wette auf das Verhalten anderer Trader. Ohne tiefes Verständnis für Hebel, Margin, offene Positionen, Gebühren und Risikomanagement kann diese Wette sehr teuer werden.

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